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Naturschutzgebiet Siebengebirge

Geographie

Das Siebengebirge liegt rechtsrheinisch am Südrand der Niederrheinischen Bucht,  die als Ausläufer des Norddeutschen Flachlandes tief nach Süden in das Rheinische Schiefergebirge einschneidet.
Naturräumlich wird das Siebengebirge dem Unteren Mittelrhein zugerechnet. Morphologisch bildet das Vulkangebiet den Übergang vom Westerwald im Südosten zur Eifel im Westen. Die natürlichen Grenzen sind im Westen das Rheintal, im Süden das Schmelztal, im Osten das Pleisbachtal und im Norden die Pleiser Hügellandschaft.
In der Vulkanlandschaft treten durch ihre Höhe sieben Bergkuppen besonders hervor: Großer Oelberg (460m), Löwenburg (455m), Lohrberg (435m), Nonnenstromberg (336m), Petersberg (331m), Wolkenburg (324m), Drachenfels (321m).
Der Naturpark Siebengebirge umfasst eine Fläche von  4280 ha.

Geschichte

Der Name des Siebengebirges kommt vermutlich von dem Wort “Siefen”, was soviel wie feuchtes, schluchtartiges Tal bedeutet.
Nach einer anderen Theorie leitet sich der Namen von “Sieben Bergen” (septem montes) ab.
Im Siebengebirge sind zwar mehr als 40 Berge unterschiedlicher Höhe zu finden, jedoch spricht für diese Theorie, dass schon 1590 die Bezeichnung “Sieben Berge” auftauchte und mit der Zahl Sieben damals oft eine nicht genau festgelegte Menge bezeichnet wurde.

Das Siebengebirge ist das erste  Naturschutzgebiet Deutschlands. Es wurde bereits 1836 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. durch eine “Conservation mittels Expropriation”, d.h. durch die Erhaltung mittels Enteignung, unter amtlichen Schutz gestellt.

Das Siebengebirge besaß schon im 18. Jahrhundert aufgrund der vielen Reisebeschreibungen, Novellen, Gedichte und Romane einen besonderen Wert unter den deutschen Landschaften. Bereits Lord BYRON und Sir HAMILTON erkannten als erste die vulkanische Entstehung des Siebengebirges.

Jahrhunderte lang wurden die vulkanischen Gesteine dieses Gebirges abgebaut und insbesondere als Baustein genutzt. Insbesondere für den Bau des Kölner Doms wurde von den mittelalterlichen Kirchenbauern der farblich neutrale hellgraue Sanidin-Trachyt und Andesit aus dem Siebengebirge eingesetzt. Von 1248, dem Jahr der Grundsteinlegung des Kölner Doms, bis 1560 kamen vornehmlich die mit großen Sanidinkristallen durchsetzten Trachyte von Drachenfels-Steinbruch zum Einsatz. Zum Ende der Bauzeit des Kölner Doms wurden ab 1829 bis 1875 Andesite aus den Steinbrüchen des Stenzelberges  und der Wolkenburg verwendet. Darüber hinaus wurden beim Bau des Kölner Doms auch Sandsteine, Kalksteine und vor allem Basaltgesteine aus der Eifel verbaut.    

Der Abbau der vulkanischen Gesteine im Siebengebirge verursachte große Schäden in der Landschaft. Zum Beispiel die Andesit-Stoßkuppe der Wolkenburg und auch große Teile des Stenzelberges und des Weilberges wurden weitgehend durch den Steinbruchbetrieb zerstört.
Zur Erhaltung der Siebengebirgs-Landschaft ist im Jahr 1869 der “Verschönerungsverein für das Siebengebirge” gegründet worden. Das förmliche Verfahren zur Ausweisung zum Naturschutzgebiet erfolgt aber erst 1928. Bis zu dieser Zeit war der Steinbruchbetrieb im Siebengebirge noch geduldet. Im Jahr 1928 wurden jedoch alle Steinbrüche endgültig stillgelegt.
Dem Verschönerungsverein ist heute das Naturschutzgebiet Siebengebirge überschrieben worden, um für die Sicherung der Naturdenkmäler , die Sicherheit der Steinbrüche und auch für die “Steuerung” des Tourismus Sorge zu tragen.
In den Jahren 1971 bis 1973 ist die Ruine des Drachenfels durch aufwendige geotechnische Baumaßnahmen gesichert worden, da diese sonst aufgrund des unterhalb gelegenen großen Steinbruches bereits eingestürzt wäre.